Da hab ich zwei lausige Fragen an jemanden und bekomme nicht mal eine davon klärend beantwortet. Woran liegt das? Unaufmerksamkeit, Überlastung, Ungeduld? Oder schlicht Unhöflichkeit? Kurze Aufmerksamkeitsspanne, negative Konzentration, Müdigkeit? Eine Mischung aus allem?  Herrjeh, so schwer kann das doch nicht sein.

Kennt Ihr das? Ihr schreibt jemandem eine Nachricht und habt mehr als eine Frage, die ihr schön auflistet. Wenn ich eine solche Nachricht bekomme, dann kopiere üblicherweise die Fragen in meine Antwort und beantworte sie der Reihe nach. Also direkt unter der Frage.

Das scheint aber die Ausnahme zu sein, denn ich habe es immer wieder mit Menschen zu tun, die es gerade mal schaffen, die letzte der Fragen zu beantworten. Die vorherigen Fragen werden ignoriert – warum auch immer. Ich verstehe das einfach nicht.
Bisher dachte ich, das wäre ein Problem der Männer. Weil, wenn ich dem Mann an meiner Seite eine Whatsapp mit mehreren Fragen schreibe (weil er gerade nicht an meiner Seite weilt), bekomme ich meistens nur die letzte davon beantwortet.Und weil das so oft vorkam und er da nicht der einzige ist, der das so handhabt, da dachte ich halt…

Aber nein, ich hab mich getäuscht – Frauen können das auch. Nicht.

Das Phänomen der „Multiple-Fragen-Demenz“  ist kein männliches. Mein Weltbild ist zerst angeknackst.

Neulich jedenfalls hab ich eine Stellenausschreibung gesehen. (Ja, ich war das. Die stand da so einsam und alleine – nein Quatsch , die wurde mir zum fünften Mal im Newsletter zugesandt.) Allerdings stand dort leider kein Ansprechpartner – und ohne Ansprechpartner soll man ja nie, nie, niemals eine Bewerbung losschicken. Also habe ich bei XING recherchiert, ob da jemand aus der entsprechenden Fachabteilung in diesem  Unternehmen ist, den ich fragen kann.

Volltreffer! Ich fand eine Dame, die dort wie es aussieht sogar eine Leitungsfunktion hat. Also habe ich diese Dame sehr höflich aber kurz angeschrieben und bereits in der Überschrift signalisiert: „Zwei Fragen zur Bewerbung bei Ihnen“

Ich schrieb also, Namen wie immer verfremdet,


„Sehr geehrte Frau Duck,

ich wollte mich gern auf die ausgeschriebene Stelle als [kaffeesatzlesende Tänzerin] bei Ihnen bewerben, allerdings wird diese auf der Homepage nicht mehr aufgeführt. Können Sie mir sagen, ob sie noch vakant ist und wenn ja, wen ich als Ansprechpartner im Anschreiben aufführen darf?

Vielen Dank im Voraus!
Sonnige Grüße aus [Entenhausen]

Gundula Gans“


Die Antwort ging erfreulich schnell und war dann doch unerfreulich uninformativ.

„Sehr geehrte Frau Gans,
herzlichen Dank für Ihr Interesse an der ausgeschriebenen Stelle als [kaffeesatzlesende Tänzerin]. Bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen direkt per Email an unsere Personalabteilung unter: Jobs@tolle-firma.de.

Freundliche Grüße
Daisy Duck „


Ja, super. Jetzt weiß ich weder das eine, noch das andere sicher, ich kann nur spekulieren. Und spekulieren ist etwas, das man im  Bewerbungsprozeß so gut wie nie, nie, niemals machen sollte. Aber irgendwie würde ich mir blöd vorkommen, wenn ich nochmal frage.

Please hold the line. Thinking in progress.

Schöne Woche noch! Herzlichst, die Jobspotterin

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