Der Artikel könnte auch „Ruf! Mich! An!“ heißen. Um was geht’s wohl? Richtig: den telefonischen Kontakt mit den Personalabteilungen oder Ansprechpartnern von Unternehmen, die eine Stelle ausgeschrieben haben.

Ich bin nicht mal sicher, ob dieses Vorgehen immer noch empfohlen wird, ich glaube ja – zumindest habe ich das kürzlich in einem Ratgeber wieder gelesen. Ich weiß allerdings nicht mehr, wie alt der Artikel war.

Die meisten werden diese Tipps kennen, ich auch, nur: ich mach das nicht. Irgendwie erschließt sich für mich daraus in 85 % der Fälle nur ein Sinn: ich nerve die Leute.

Vorab Fragen.

In vielen Ausschreibungen steht „Für Fragen vorab steht Ihnen gern Herr [insert Person here] zur Verfügung“, daneben eine Telefonnummer. So, und jetzt? Der sitzt ja sicherlich nicht da und wartet, dass die Leute anrufen. Sicherlich ist das eine Chance, wenn man eine wirklich intelligente Frage hat und so in einen Dialog kommt, nur: was genau ist denn eine intelligente Frage?

Manchmal ist die einzige Frage, die mir einfällt die, ob ich mich da überhaupt bewerben soll. Irgendwann stell ich die auch mal.

Hand aufs Herz, die allermeisten Dinge stehen doch in den Ausschreibungen schon drin. Ich rufe doch nicht an, um Fragen zu stellen, die schon beantwortet wurden. Die halten mich doch dann für grenzdebil – und ich mich im Übrigen auch. Manche Fragen sind für die Bewerbung im ersten Schritt auch nicht relevant. Den Rest kann man im Vorstellungsgespräch klären. Ausnahme: Informationen, die meine Bewerbung in irgendeiner Form ändern würden. Aber welche sind das denn? Welche Informationen könnte ich erfragen, die ich dann als Bonus in mein Anschreiben aufnehmen kann? Mir fällt da spontan ein: nichts. Außer vielleicht die Frage „Ich bin Ü40. Soll ich mich überhaupt bewerben?“

Nachhaken.

„Haken Sie nach!“ Also nach der Bewerbung. Meistens bekommt man eine Bestätigung in der steht „die Sichtung aller eingegangenen Unterlagen wird etwas Zeit in Anspruch nehmen. Wir bitten daher um etwas Geduld.“ Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich respektiere sowas.

Eine Personalerin sagte  mir  mal, sie hat erlebt, dass jemand einen Job bekommen hat, weil er täglich angerufen hat und nervte. Ja, gut, ich möchte einen Job, aber dieser Art von an Respektlosigkeit grenzender Hartnäckigkeit möchte ich das nicht verdanken.
Ich weiß auch nicht, wie das laufen soll, ernsthaft. So vielleicht?

Ich „guten Tag, mein Name ist Daisy Duck, ich hatte mich auf die Stelle als eierlegende Wollmilchsau beworben (1) und bisher nichts von ihnen gehört (2). Ich wollte einfach mal nachfragen,

  • ist meine Bewerbung angekommen?“ (3)
  • Haben Sie Fragen dazu?“ (4)
  • wie da grad der Stand ist.“ (5)

(1) Personaler/in denkt „ach, sie waren das!“
(2) Personaler/in denkt „Ne, ich hab ja auch echt NIX ANDERES zu tun!“ alternativ „Hallo? Die Eingangsbestätigung ist definitiv raus!“(3) Personaler/in fragt „wie war nochmal der Name?“ und greift schon nach der roten Liste
(4) Personaler/in denkt „als ob ich die im Detail gelesen hatte und noch wüsste was drinsteht…“, sagt „nein, wenn wir noch Fragen haben, melden wir uns bei ihnen.“
(5) Personaler/in denkt „…“, sagt „Wir sind noch im Auswahlverfahren mit der Fachabteilung und melden uns, sobald wir ein Ergebnis haben.“

Hand aufs Herz: was hat der Anrufer dabei gewonnen? Einen Eindruck hinterlassen?  Oh bitte – welchen denn?

Wie ich schon sagte, ich mache das nicht, da ich mir in der Regel keine größeren Chancen auf den Job ausrechne, wenn ich da anrufe und Fragen stelle, auf die ich die Antwort schon kenne.

Und Ihr so? Sonnige Grüße, Eure Jobspotterin ❤

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